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Stand: 07.06.2016

Pressemitteilung

Auf Tuchfühlung mit kuscheligen Lieblingstieren

Anika Heinz, Katharina Kornhaaß und Verena Scheuermann

Udo Schmitt ist auf dem Heltersberger Hof der Chef unter den Alpakas. Und er weiß, welche besonders beruhigende Wirkung die Tiere auf jedweden Menschen haben. "Die Tiere gehen auf die Leute zu und auf sie ein", erzählt er. Vor allem für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Problemen sind die Tiere eine besondere emotionale Stütze.

Katharina Kornhaaß und Verena Scheuermann, Kundinnen des Caritas-Förderzentrums Paul Josef Nardini aus Landstuhl, besuchten zusammen mit Sozialpädagogin Anika Heinz am Freitagnachmittag  die Alpaka-Farm in Heltersberg. 

Klar ist: Die drei Alpakas - Kamelito, Aslan und Captain Jack - haben ihre ganz eigene, tiefberuhigende Wirkung auf die Besucher. Die Tiere, die ursprünglich aus dem südamerikanischen Raum stammen, haben einen sehr empathischen und ruhigen Charakter. Das Klischee des Spuckens komme laut Schmitt nur unter den Tieren vor, etwa bei Rangeleien um Futter oder um das Sagen in der Gruppe.  Katharina Kornhaaß und Verena Scheuermann sind beide riesengroße Alpaka-Fans, weiß die Sozialpädagogin Anika Heinz. Kornhaaß trug passend zum Besuch am Freitag sogar einen hellbraunen Pullover mit eingesticktem Alpaka. Die beiden Frauen wohnen in Landstuhl in einer selbstständigen Frauen-Wohngruppe. Bis 2020 haben die beiden noch bei ihren Eltern gewohnt, ehe sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagten.

Ein voller Erfolg: Kornhaaß erzählte zu Beginn des Besuches stolz, dass sie sogar selbst Essen für die Wohngruppe kocht.  Der Besuch zusammen mit Betreuerin Heinz wurde durch Fördergelder der Aktion Mensch möglich gemacht. Generell wird ein großer Teil von Heinz Projekten - diese laufen unter dem Motto "Sozialraumorientierung und Teilhabe" - durch die Aktion Mensch ermöglicht. So können die beiden Frauen regelmäßig die Alpakas besuchen.

Aufstieg zum Alpaka-Stall

Zugegeben, der Weg hin zum Gehege der drei Alpakas war etwas matschig. Grund: das nass-kalte Wetter der vergangenen Tage. Die Mühe lohnte sich aber allemal. Noch ehe die Frauen mit Alpaka-Chef Udo Schmitt am Stall eintrafen, kamen die drei Tiere bereits neugierig angelaufen. Auch das, die Neugier, ist laut Schmitt eine Angewohnheit der Alpakas. Und natürlich hatten die Frauen auch etwas für die kuschelweichen Tiere zum Fressen dabei: Äpfel und Birnen.

Kleingeschnitten ist das Obst eine der Leibspeisen der Tiere, sie stürzten sich regelrecht auf die Leckereien. Katharina Kornhaaß und Verena Scheuermann gaben den Alpakas das Obst, und immer mehr war zu spüren, was Schmitt im Vorgespräch damit meinte, dass die Tiere der Seele guttun. Während der gesamten Zeit, in der die Damen im Alpaka-Gehege waren, verbreiteten die Tiere eine tief entspannende Ruhe. Von Hektik oder Alltagsstress war nichts mehr zu spüren, die Zeit war wie angehalten.

Das Projekt "Sozialraumorientierung und Teilhabe" von Anika Heinz hatte zum Ziel, mit den KundInnen des Caritas-Förderzentrums herauszufinden, wie sie sich an ihrem Wohnort mit Nachbarn oder Vereinen vernetzen können, um im Ort und seiner Umgebung inkludiert zu sein. Natürlich ging es auch darum, Hobbys und persönliche Interessen zu benennen und zu verwirklichen. So kam es zu den Besuchen auf dem Alpakahof. 

Katharina Kornhaaß, Verena Scheurmann und Udo Schmitt

Udo Schmitt erinnert sich zurück, wie vielen Menschen er bereits mit den Alpakas seelisch helfen konnte. Da war etwa einmal eine Praktikantin, die aufgrund einer psychischen Erkrankung sich kaum etwas selbst zutraute. An einem Tag ihres Praktikums, so Schmitt, mussten die Alpakas auf eine andere Koppel umgesiedelt werden. Auch davor hatte die Praktikantin damals laut Schmitt Angst, dass sie das nicht schaffen könnte. Nach einiger Zeit traute sie sich doch, und es funktionierte einwandfrei. Auch Schulkassen, Väter mit Kindern und Yoga-Gruppen waren schon bei den Tieren. Und sogar Rollstuhl-Rundgänge mit den Alpakas hielt der Heltersberger bereits ab.  Bislang hat Schmitt drei Alpakas. 

Fest steht aber: es sollen noch ein bis zwei Tiere der Herde beitreten. Ursprünglich wurde das Tier wegen seiner Wolle gehalten. Die war, so Schmitt, damals so teuer, dass sie nur Könige tragen durften. Ein Lastentier, etwa wie der Esel, ist das Alpaka jedoch nicht. Katharina Kornhaaß und Verena Scheuermann knipsten von den kuscheligen Tieren jede Menge Erinnerungsfotos. Die, so versprach Heinz, werden zu Hause ausgedruckt und ins Fotoalbum geklebt. Fest steht: Es soll auch wieder mehr solcher Aktion geben. Aufgrund der Corona-Pandemie und der Lockdowns mussten mehrere Aktionstage ausfallen. Sie sollen aber nachgeholt werden. Generell sollen die Besuchstage fest in den Kalender integriert werden.

 

Text und Fotos: Paul H. Kreiner für den Caritasverband für die Diözese Speyer

Bildunterschrift: Die beiden Bewohnerinnen der Frauenwohngruppe des Caritas-Förderzentrums Paul Josef Nardini, Verena Scheuermann (blaue Jacke) und Katharina Kornhaaß (braune Jacke) besuchen mit Anika Heinz regelmäßig den Alpakahof von Udo Schmitt in Heltersberg. Diese Besuche haben sich die Frauen im Rahmen des Projekts "Sozialraumorientierung und Teilhabe" gewünscht, das die "Aktion Mensch" gefördert hat. 

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